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Einsatz für besseren Hitzeschutz

02.10.26 –

In der Stadtverordnetenversammlung am 24. September hat Nina Meyer-Weidemann für die Grüne Fraktion einen Antrag zum Thema Hitzeschutz eingebracht.

Nachfolgend die Rede aus der Stadtverordnetenversammlung sowie der vollständige Antrag.

Rede Antrag Hitzeschutz

Sicher erinnern Sie sich noch gut an die ausgeprägten heißen und trockenen Phasen in diesem Sommer. Auch wenn die meisten von uns dieses „schöne“ Wetter eher positiv assoziieren, kommt doch irgendwann der Punkt, wo dies kippt und umschlägt in ein „zu heiß“, „ich kann nicht mehr“, „der Garten braucht endlich Regen“. Und für viele Personen bedeuten ausgeprägte Hitzeperioden ein echtes Gesundheitsrisiko. Von Kreislaufproblemen bis zu einer erhöhten Sterblichkeit, gerade bei älteren Personen. 
Meist führt dabei die Kombination aus Hitzeexposition und bestehenden Vorerkrankungen zum Tod. In diesem Jahr gab es einen Rekord von 16.000 Hitzetoten laut Robert-Koch-Institut. Dies ging auch durch die Medien, ging jedoch eher unter in der Vielzahl der Themen. Man muss sich fragen, welche andere Naturkatastrophe mit 16.000 Toten in Deutschland so wenig Aufmerksamkeit erregt hätte.

Da ausgeprägte Hitzeperioden durch den Klimawandel in der Zukunft häufiger und intensiver werden, wollen wir mit unserem Antrag erreichen, dass die Stadt Frankenberg ihre Möglichkeiten nutzt, die Bürgerinnen und Bürger vor Hitzebelastung zu schützen.

Wir haben unseren Antrag dabei bewusst offen formuliert, um den städtischen Fachkräften Spielraum für ihre Expertise zu lassen. Gut kann man sich auch an anderen Kommunen oder südlicheren Ländern wie Frankreich orientieren, die im Bereich Hitzeschutz schon viel erreicht haben. 
Da uns sehr bewusst ist, wie unterschiedlich die Zahlungsbereitschaft in diesem Gremium für präventive Maßnahmen ist, war uns auch wichtig, dass wir Stadtverordnete anschließend die aufgezeigten Maßnahmen anhand ihrer Kosten und ihres Nutzen abwägen und darüber entscheiden können. Mit der Frist bis zur Novembersitzung erhoffen wir, dass es einige Maßnahmen direkt in den nächsten Haushalt schaffen. 

Natürlich haben wir auch einige Beispiele vorbereitet, wie solche Maßnahmen aussehen können:

Fast kostenlos wäre es zum Beispiel möglich, bereits vorhandene kühle Räumlichkeiten zum Aufenthalt zur Verfügung zu stellen. Ein Beispiel hierfür wäre die Schirn des Historischen Rathauses. Dort ein paar Tische und Stühle aufgestellt, die für Veranstaltungen eh vorhanden sind, schon wäre ein Ort geschaffen, an dem Bewohner aufgehitzter Dachgeschosswohnungen ein paar Stunden durchatmen könnten. 
Hierbei kann man auch durchaus kreativ werden und zum Beispiel an die Unterführung bei der Geismarer Straße oder auch an die Zusammenarbeit mit Kirchen denken. In vielen Städten gibt es bereits Karten der kühlen Orte (einzusehen unter kühle-orte.de) , so etwas wäre doch auch für Frankenberg eine gute Idee. 

Eine andere Idee wäre es, das Konzept der Hitzepaten auch für Frankenberg ins Leben zu rufen. Dieses Projekt nach französischem Vorbild soll während Hitzeperioden ältere, chronisch kranke und mobil eingeschränkte Menschen unterstützen. Geschulte Ehrenamtliche (die Hitzepaten) geben zum Beispiel Hinweise zum Verhalten bei Hitze und helfen, zum Beispiel durch regelmäßige Besuche, Erinnerungen ans Trinken oder bei der Organisation schattiger Aufenthaltsmöglichkeiten.

Weiterhin könnten an der Eder und den renaturierten Flächen Gelegenheiten zur Abkühlung geschaffen werden, durch einfach bauliche Maßnahmen oder Bepflanzung mit Bäumen, wie Sitzgelegenheiten im Schatten oder um die Füße ins Wasser zu halten.

Dann gibt es natürlich noch Maßnahmen, die mit mehr Kosten verbunden sind. Ganz am Anfang die Installation der bereits angeschafften Trinkwasserspender zu nennen. Und wenn es hier erstmal nur der am günstigsten zu installierende wäre, wäre das doch ein Anfang!

Wenn man sich umschaut, gibt es noch viele weitere kreative Ideen. Für versiegelte Flächen, wo die Infrastruktur vielleicht keine Bäume zulässt, gibt es zum Beispiel den „ecotrii“ aus Stuttgart, bei dem Kletterpflanzen Schatten spenden, auf Grundlage von einem Gerüst und Wassertank, und sogar mobil zu transportieren sind.

Weitere Maßnahmen, die entweder mehr Zeit oder mehr Geld erfordern, wären zum Beispiel Bäume zu pflanzen, Flächen zu entsiegeln, hellere Pflaster und Fassadenflächen. Hier macht es durchaus Sinn, auch frühzeitig nach Fördermitteln zu schauen, und vielleicht lassen sich Geschäftsleute auch unterstützen, große versiegelte Parkflächen, von denen es so einige gibt, besser zu gestalten.

Nicht zuletzt verweist auch der Sozialverband VdK auf Hitzeaktionsplan und Hitzeknigge, in denen umfängliche Maßnahmensammlungen zur Verfügung gestellt werden.

Noch ein Wort zu den ebenfalls in unserem Antrag genannten Kitas: Hier werden kleine Kinder betreut, welche ebenfalls anfälliger für Hitzebelastung sind. Es liegt in der städtischen Verantwortung, diese vor übermäßiger Hitze zu schützen. Daher wollen wir hier in Erfahrung bringen, ob Maßnahmen nötig sind, oder ob die jetzigen räumlichen Gegebenheiten ausreichend Schutz bieten. 

Zusammengefasst: Zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt werben wir um Ihre Zustimmung zu unserem Antrag, um dann später in einem zweiten Schritt gemeinsam zu beraten, welche der entwickelten Maßnahmen dann in die Umsetzung gehen sollen.

Antrag: Hitzeschutz in Innenstadt und Kitas

Antrag:
Der Magistrat wird beauftragt, Maßnahmen zu entwickeln, um die sommerliche Hitzebelastung in der Frankenberger Innenstadt zu minimieren, die sich schnell in Eigenregie umsetzen lassen, und der Stadtverordnetenversammlung zur Sitzung im November zur Beratung vorzulegen.
Weiterhin soll geprüft werden, ob Handlungsbedarf zum Hitzeschutz in den Räumlichkeiten der städtischen Kindertagesstätten besteht und auch hierüber der Stadtverordnetenversammlung Bericht zu erstatten.

Begründung:
Der Klimawandel wird heißere und trockenere Sommer mit sich bringen, die gerade in Innenstädten zu stärkerer Hitzebelastung führen und vor allem für vulnerable Personengruppen wie ältere Menschen und Kinder zu einer Belastung werden. 
Weitere Begründung erfolgt mündlich.

 

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Anträge | Ortsverband

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